Der richtige Anzug für jede Figur

Der Anzug ist im Grunde genommen ideale Kleidungsstücke und lässt jeden Mann im Nu „angezogen“ aussehen. Damit aus angezogen, auch gut angezogen wird, sollte Mann bei der Wahl seiner Anzüge jedoch einige Hinweise beachten!

Kleines Anzug 1*1

Fangen wir mit dem Gesamtbild an: Bei der Auswahl des Outfits sollte man groß starten und dann kleiner werden, sprich sich zunächst für den Anzug und erst dann für Hemd und passende Krawatte bzw. Accessoires entscheiden.

Grundsätzlich gilt, je dunkler der Stoff des Anzugs, desto förmlicher wirkt das Gesamtbild. Passend zu Typ und Anlass kann dazu durchaus Farbe kombiniert werden, wodurch deutliche Akzente gesetzt werden. Am besten eignen sich hierfür Krawatten, Einstecktücher und Strümpfe. Man beachte bei der Farbwahl allerdings Anlass und Effekt – rot kann z.B. sowohl Aufmerksamkeit erregen als auch aggressiv wirken!

Förmlicher Anzug

Förmlicher Anzug – Foto: Herrchen

Wer farbige oder gemusterte Hemden liebt, sollte unbedingt eine Kombinationsregel beachten: Maximum sollten zwei Muster und drei Farben sein. Zum Nadelstreifen-Anzug mit gemustertem Hemd gehört also eine unifarbene Krawatte sonst droht der Potpourri-Look!

All das ist ein guter Start, hilft jedoch wenig, wenn Anzug, Hemd und Accessoires nicht perfekt sitzen.

Der perfekte Sitz

Ein Anzug sitzt genau dann, wenn:

  • sich der Kragen an den Hemdkragen schmiegt, diesen nicht verdeckt, keine Lücke zwischen Hemd und Anzugkragen entsteht und er auch keine Falten wirft
  • die Schulternähte mit dem Oberarm abschließen und glatt sitzen
  • das Sakko eng aber entspannt am Körper anliegt und keine Falten wirft – auch nicht, wenn die Knöpfe geschlossen sind
  • die Ärmel des Sakkos ein/zwei Fingerbreit vor der Daumenwurzel enden, so dass die Hemd-Manschette darunter hervorschaut (wussten Sie, dass dies Ihren Gesten auch weitaus mehr Nachdruck verleiht, als wenn der Ärmel über das Hemd hinaus ragt?)
  • die Hose eine perfekte Passform hat und keine Falten wirft oder in der Gesäßfalte spannt
  • die Hose leicht auf dem Schuhrücken aufsetzt und der hintere Saum mit der Ferse abschließt – Ausnahme hier sind die eng geschnittenen Hosen der letzten Saisons, die auch durchaus etwas kürzer sein dürfen.
Der richtige Sitz

Der richtige Sitz von Hemd und Kragen, Anzug und Manschette – Foto: NW Fotografen

Und das Hemd ? Es sitzt, wenn:

  • sich der Kragen an den Hals anschmiegt ohne Falten zu werfen oder abzustehen
  • der Hemdkragen nicht vom Kragen des Sakkos verdeckt wird sondern ca. 1 cm heraus schaut
  • das Hemd körperbetont aber nicht zu eng sitzt und auf keine Fall breite Falten um Taille und Hüften wirft
  • die Manschetten bis zur Handwurzel reichen

Wird eine Krawatte getragen, komplettiert diese das Outfit und sollte daher korrekt gebunden sein und nicht abstehen bzw. auf Halbmast hängen!

Herren-Anzug

Gewußt wie – so wird der Anzug zum Hingucker – Foto: NW Fotografen

Soweit zu den allgemeinen Regeln. Doch was tun, wenn der eigene Körper nicht den aktuellen Model-Maßen entspricht. Ein paar Tipps helfen bei der Auswahl des passenden Modells.

Groß und Schlank

Groß und schlank zu sein ist wunderbar, allerdings kann Mann mit diesem Körperbau auch leicht schlaksig wirken. Wer dies vermeiden will, sollte darauf achten, Designs und Linienführungen zu wählen, die optisch verbreitern und ggf. verkürzen. Das bedeutet, besser zu einfarbigen Anzügen mit etwas breiterem Revers zu greifen, da diese dem Oberkörper Halt verleihen. Gut passen auch Zweireiher oder Einreiher mit drei Knöpfen, da auch die dem Oberkörper Volumen verleihen. Die Wahl der Krawatte sollte auf ein breiteres Modell fallen, da dünne Krawatten die schlanke Silhouette zusätzlich betonen.

Die Hosen sollten zwar gut aber nicht zu eng sitzen sondern ein etwas weiter geschnittenes Bein haben. Wer seine Beine optisch verkürzen will, greift zu Hosen mit einem Umschlag. Eine weiteres Stilmittel, um Größe zu reduzieren sind sichtbare Gürtel, am besten mit etwas breiterem Design und in einer vom Anzug differierenden Farbe. Allerdings sollte dann dringend darauf geachtet werden, die Schuhe farblich abzustimmen :)

Groß und kräftig

Wer groß und eher kräftig gebaut ist, sollte zu Designs greifen, die optisch schmaler machen. Hierzu gehören tiefer sitzende Revers, die – abhängig davon wie kräftig Mann ist – nicht zu schmal ausfallen sollten. Gut geeignet sind Sakkos mit zwei Knöpfen und einem Schlitz. No-Go sind dagegen Schulterpolster und seitlich aufgesetzte Taschen, da diese unnötig auftragen. Die Wahl der Krawatte sollte auf ein Modell klassischer Breite fallen, um nicht zu „verschwinden“ aber auch nicht noch mehr aufzutragen.

Einreiher

Einreiher mit Standard-Krawatte – © rangizzz / Fotolia.com

Für Sakko und Hose gilt: Auf einen guten Sitz achten und nicht versuchen, überflüssige Pfunde durch weite Modelle zu verstecken. Das bewirkt meist das Gegenteil! Schmal geschnittene Hosen mit einer ausgeprägten Bundfalte sorgen dagegen für eine gute Beinform und sind daher sehr zu empfehlen.

Klein und schlank

Mit dieser Statur kann es sehr einfach gelingen, eine gute Figur zu machen.  Wichtig ist dabei vor allem, dass der Anzug perfekt sitzt, sonst wirken etwas kleinere Männer leicht wie hinein gefallen. Um sich optisch zu strecken und mehr Volumen zu verleihen, sollte die Wahl auf Modelle mit zwei oder noch besser drei Knöpfen und tiefer geschnittenen Revers fallen. Sehr vorteilhaft sind auch Nadelstreifen-Anzüge oder gemusterte Hemden. Die Taschen des Sakkos sollten immer schräg angeschnitten sein, da gerade Taschen optisch verkürzen.

Zur Hose: Sie sollte einen schmalen, aber nicht zu engen Schnitt haben. Umschläge sollten vermieden werden, da diese optisch verkürzen. Um sich optisch zu strecken, sollten Strümpfe und Schuhe der Anzugfarbe möglichst entsprechen. Auch die Länge der Hosen macht etwas aus… kurze Hosenmodelle sind für diesen Körpertypen nicht zwingend geeignet. Besser ist, wenn sie auf dem Schuh aufliegen.

Klein und kräftig

Wer eher klein und kräftig ist, sollte alles wählen, was optisch schlank macht, streckt und den Blick am besten auf das Gesicht lenkt.  Männer mit diesem Körperbau sollten also darauf achten, unifarbene, eher dunkle Designs für Ihre Anzüge zu wählen. Mit auffälligen Farben für Krawatte und / oder Einstecktuch können sie wunderbar arbeiten, um den Blick nach oben zu lenken. Das Hemd sollte am besten hell und einfarbig sein. Erste Wahl sind Einreiher mit ein oder zwei Knöpfen und tief geschnittenem Revers. Ein Muss beim Sakko sind schräg oder vertikal eingesetzte Taschen, die optisch strecken. Günstig sind auch Modelle mit einem Schlitz.

Die Hosen sollten schmal geschnitten sein und eine ausgeprägte Bügelfalte haben. Gürtel, Strümpfe und Schuhe sollten in einer dem Anzug ähnlichen Farbe gewählt werden, um optisch weiter zu strecken. Hosen mit Umschlag sind leider tabu!

Schuhe und Gürtel

 

Die Länge des Sakkos

Eine immer wiederkehrende Frage ist die nach der Länge des Sakkos. Faustregel ist, dass das Sakko knapp bis über das Gesäß reicht. Aber dann geht es schon los: kleine Männer sollten in der Regel eher zu kürzeren Sakkos greifen, da diese optisch strecken und größere Männer entsprechend zu längeren Modellen.

Damit nicht genug, wer im Verhältnis lange Beine und einen eher kurzen Oberkörper hat, darf das Sakko ebenfalls etwas länger wählen, um diese Proportion auszugleichen. Im umgekehrten Fall sollte die Wahl auf ein etwas kürzeres Sakko fallen, das die Beine länger erscheinen lässt.

Mein Tipp bei der Wahl des Sakkos ist, folgenden Leitgedanken zu beherzigen: Die Länge des Sakkos kann wunderbar dazu genutzt werden, mit den eigenen Proportionen zu spielen. Durch die Querlinie unterstützt es die Unterteilung zwischen Ober- und Unterkörper. Die Sakko-Länge sollte daher so gewählt werden, dass die gewünschte Proportion unterstützt wird.

Fotos: Herrchen, Nieuwenhuis + Wulf FotografenIgor Stepovik/Fotolia, rangizzz/Fotolia

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