Battenberg-Cartwright – Weit mehr als Design – eben Kunst!

Nora und Paul Battenberg-Cartwright sind nicht nur zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten, sondern auch als Paar ein „living piece of conceptual performance art“ wie sie selbst sagen. Wer versucht, sie in gängige Normen einzuordnen, wird nicht sehr weit kommen und genau das macht sie unglaublich spannend.

 

Battenberg-Cartwright

Foto: Marina Refur

Beide lernen sich auf der Welcome-Party ihres Kunststudiums 2009 kennen und schätzen sich auf Anhieb. Ihre gemeinsame Arbeit beginnt zunächst – mit Video-Installationen, für die sie passend zur jeweiligen Story ausgefallene Kostüme entwerfen. Kunst als Grenzüberschreitung zwischen verschiedenen Disziplinen – die Freiheit etwas zu tun, ohne das Andere zu lassen, wird ihre Maxime.

 

Fotos: Battenberg-Cartwright
Dennoch nehmen Kostüme mehr und mehr Raum ein, so dass sie beschließen, sich in diesen auch auf Performances, Partys und öffentlichen Auftritten zu inszenieren. Diese gemeinsamen Auftritte finden ihren Höhepunkt darin, dass Nora Battenberg und Paul Cartwright heiraten und zu Battenberg-Cartwright werden. Auch dies natürlich entsprechend inszeniert: Paul trägt ein creme-farbenes Outfit mit Pluderhosen und Sultans-Schuhen wie aus 1001 Nacht und Nora ist in ein goldenes Kleid gehüllt verziert mit unzaehligen Aufsteck-Bienen. Die Ehe beziehen die Battenberg-Cartwrights allerdings weniger auf die Idee einer romantischen Beziehung, als vielmehr auf die Vereinigung von Leben und künstlerischem Schaffen in kreativer häuslicher Gemeinschaft.

 Battenberg-Cartwright Battenberg-Cartwright
Fotos: Phine Ka (links) | Marina Refur (rechts)
Ebenso wenig wie das Künstlerpaar selber, lassen sich ihre Kollektionen in eine Schublade stecken. Die Bandbreite reicht von alltäglich tragbaren Modellen über Haute Couture bis zu ausgefallenen Kostümen, die in opulente Theater-Setting passen und in sich schon Kunst sind.
Am Anfang einer solchen Kollektion steht immer eine Geschichte, die als Leitfaden für alle Modelle dient. Inspirieren lassen sich die beiden dabei vor allem durch geschichtlichen Figuren, Natur, Musik oder Literatur aber auch durch alltägliche Dinge. Oft spielt auch der Zufall eine entscheidende Rolle. Da zumindest für die Show-Kollektionen grundsätzlich aus recycelten Materialien hergestellt werden,  kommt es natürlich auch darauf an, was gerade zu finden ist.

Bisher werden die künstlerische Freiheit und die Entfaltung nach eigenen Regeln und selbstgesetzten Schwerpunkten deutlich über kommerzielle Interessen gestellt. Grundsätzlich ist zwar nicht ausgeschlossen, dass es irgendwann eine (kleine) ready-to-wear Battenberg-Cartwright Kollektion geben wird, aber zunächst bleiben sie lieber maßgeblich bei Unikaten für Schauen oder Ausstellungen, für die sie in der Vergangenheit z.B. von der Fashion Week in Berlin mehrfach gebucht wurden.

Battenberg-Cartwright

Foto: Ralf Erlinger

Das heißt aber zum Glück nicht, dass es für uns „Normalverbraucher“ unmöglich wäre, ein Battenberg-Cartwright Design zu bekommen. Auf individuelle Wünsche werden Nora und Paul gerne tätig. Sie kreieren zum Beispiel wunderbare Abend- oder Hochzeitskleider – dann auch aus neuen Stoffen und Materialien, aber nicht weniger kreativ.

Battenberg-Cartwright

Foto: Marina Refur

Battenberg-Cartwright

Foto: Marina Refur

2015 arbeiten die beiden an den Anfängen einer neuen Kollektion, sowohl einiger 2D Arbeiten. Erste Ideen für die Umsetzung gibt es schon und hoffentlich wird sich auch die passende Location für eine adäquate Inszenierung bald finden. Vielleicht dürfen sich die Besucher der Berliner Fashion Week 2016 erneut über eine opulente Runway Show freuen. Wir werden es sehen und Battenberg-Cartwright bis dahin gespannt verfolgen.

Battenberg-Cartwright

Design: Ziad Ghanem | Foto: Christopher Dadey

Coverfoto: Marina Refur

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